Jetzt ist warten angesagt

Gestern gab es noch ein Gespräch mit der OP-Managerin und dem Stationsarzt. Die OP-Managerin erwartet, dass es morgen früh ca 07:30 Uhr losgeht. Aber ganz genau erfahre ich den zeitlichen Plan erst heute Abend oder morgen früh. Jedenfalls heißt es, dass ich ab heute Abend (genaugenommen Mitternacht) nix mehr essen oder trinken darf.

Heute wird es wohl noch ein Gespräch mit dem Neurochirurgen und dem Neurologen geben, die mit mir dann den für morgen konkret geplanten Ablauf durchsprechen. Für mich wird noch spannend, welches Gerät es nun endgültig wird und, ob die OP in einem Zug du geführt wird. Je nach den Umständen (Konstitution des Patienten unter, andere Einflüsse wie Zeit oder Notfälle etc.) kann die OP in einem Zug durchgeführt werden oder auf zwei Teile aufgeteilt und an verschiedenen Tagen durchgeführt werden. Der erste Teil ist das Einsetzen beider Elektroden in das Hirn. Dazu werden im Rahmen einer Stereotaktischen Hirnoperation über zwei Löcher im Kopf die beiden Elektroden eingesetzt und in ersten Tests wird die Platzierung und Wirkung geprüft. In einem zweiten Teil der OP werden dann Kabel unterhalb der Haut bis zum Brustbereich geführt. Dort wird dann unterhalb des Schlüsselbeins eine Tasche gebildet, die den „Hirnschrittmacher“, also den Neurostimulator aufnimmt, der dann mit den Kabeln verbunden wird. Der erste Teil der OP wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Für den zweiten Teil wird eine Vollnarkose gemacht.

Mich haben schon Einige gefragt, ob man dann eine Kabelanschluss „nach Außen“ hat. Nein, das ist nicht so. Steuern kann der Arzt das Gerät (und in einem gewissen Rahmen auch der Betroffene) wireless, also kabellos. Auch das Aufladen geschieht ohne Kabelbindung bzw. gar nicht bei einer fest verbauten Langzeitbatterie – dies wäre meine bevorzugte Variante. Nun, warten wir es ab.

Ansonsten: ich bin froh, dass ich das iPad mithabe. Ich wollte mir heute um 07:15 Uhr Zeitungen kaufen am Kiosk im Gebäude. Sieht etwas schwierig aus. Man muss offenbar früh dran sein. Es gab noch genau 3 mal die Allgemeine Zeitung und einmal die FAZ. Dafür aber einen riesen Stapel BILD 🤣. Also muss man früh da sein. Das wäre dann auch für Freitag früh mein Plan: selbst Zeitung holen 😉.

Von meinem Zimmernachbarn trennen mich Welten! Aber darüber will ich hier nicht schreiben – dies hätte Potenzial für einen eigenen Blog 😉.

Ich hab schnell noch mal ein Foto gemacht. Und – zur Info – das orange Kabel hat nix mit der THS zu tun 😉

Aufnahmeprozedur abgeschlossen

Heute Morgen kurz nach 5 aufgestanden. Gespannter Alltag. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl. Wenn alles klappt, dann gehen viele Handgriffe künftig viel leichter 😃.

Kurz nach 7 Uhr die Kids in die Kita gebracht und dann über Ingelheim nach Mainz. Während der Aufnahme habe ich erfahren, dass die OP von Mittwoch auf Donnerstag verlegt wurde. Donnerstag – Altweiber – Mainz! Naja, ich bin optimistisch, aber 20.11 Uhr hab ich wohl noch keine Zeit 😉. Nach kurzer Rücksprache mit der OP-Managerin findet die Aufnahme trotzdem heute statt, d.h. gleich zur Blutentnahme.

Um 10 Uhr alles geschafft. Jetzt sitze ich im Aufenthaltsraum der Station und warte auf ein Bett…

Es geht los…

Morgen ist es soweit. Der Koffer ist gepackt und morgen geht es los. Wieder in die Unimedizin nach Mainz. Der Countdown zur Tiefen Hirnstimulation tickt. Es war nochmal eine Herausforderung, mit der Verschiebung (nach vorn) umzugehen. Ich erlebe extrem viel Verständnis und Unterstützung. Es ist eine doppelt schwierige Situation, da meine Frau seit 01.02. wieder berufstätig ist und nun Ihren Job, die beiden kleinen Kids und die „Geschichte“ mit mir meistern muss. Hut ab!

Am Freitag war dann aber die Entscheidung relativ schnell klar. Ich wähle den früheren Termin. Am Samstag hab ich mir dann eine Kurzhaarfrisur verpassen lassen. Sieht besser aus als erwartet 🤣. Das war ein Tipp aus der Klinik. Dann fallen die rasierten Bereich auf dem Kopf nicht ganz so auf, also der Unterschied ist nicht ganz so groß.

Heute nochmal im Büro alles für die nächsten Tage geregelt. Hoffe ich zumindest. Ein paar Dinge werden schon aufschlagen an die man nicht gedacht hat. Aber dafür gibt es ja gute Kollegen 😉.

Morgen früh fahren wir dann los. Kids in die Kita, meine Frau zum Job und ich nach Mainz.

Wir haben noch länger überlegt, wie wir mit dem Thema gegenüber den Kindern umgehen. Wir haben uns für einen offenen Umgang entschieden. Die Kita ist informiert und unterstützt auch phantastisch. Ein Bild, was die Kinder heute aus der Kita mitgebracht haben:

Ich bin sicher, dass ich das Richtige mache.

Achso, noch zur Info: Morgen ist erst einmal nur die Aufnahme und wahrscheinlich noch ein paar Checks. Der erste Teil der OP ist für übermorgen geplant.

Der Termin steht fest

Mitte Februar ist es soweit. Gestern hatten wir das Abschlussgespräch mit dem Professor. Die viertägige Voruntersuchung hat keine Ergebnisse zu Tage gebracht die einer OP entgegen stehen. Wir sind nochmal alle Pro’s und Con’s durchgegangen. Ja, es gibt die für mich theoretische Chance mit Medikamenten gegen den Tremor vorzugehen. Aber der letzte Versuch im September hat mir gereicht. Ich bin überhaupt nicht grundsätzlich gegen Medikamente eingestellt. Sie sind in den allermeisten Fällen ein absoluter Segen. Bei mir haben sie allerdings – zumindest in Bezug auf den Tremor – keine Wirkung gezeigt.

Mitte Februar gibt es die OP! Was für eine großartige Nachricht! Wenn ich mir überlege, dass mich der Tremor seit so vielen Jahren ärgert ist es eine unglaubliche Vorstellung, dass ich vielleicht in drei Wochen ein anderes Leben habe. Mir sind die Risiken bewusst und ich weiß, dass das kein Spaziergang wird. Ich habe aber ein gutes Gefühl bei den Mitarbeitern der Unimedizin Main. Der Neurologe und der Neurochirurg und alle noch an der OP Beteiligten haben mir so ein großes Gefühl von Sicherheit gegeben, dass ich mich gern darauf einlasse. Ich habe keine Angst – nur einen unglaublich großen Respekt vor dem Eingriff.